TTC Shakehands Frickenhausen beendet gegen Passau das Kapitel Bundesliga

Spitzen-Tischtennis und Bundesliga sind in Frickenhausen seit Sonntag Geschichte. Mit einem
hochverdienten 6:1-Sieg gegen den TTC Fortuna Passau schloss der TTC Shakehands Frickenhausen um
kurz vor halb sechs Uhr nach 34 Jahren das erfolgreiche Kapitel „Bundesliga“ und sorgte damit in der
Sporthalle auf dem Berg im Erich-Scherer-Zentrum für Abschiedsstimmung und die eine oder andere
Träne.
Durch den Heimsieg gegen den Sechsten aus Niederbayern verbesserte sich das Team um
Spitzenspieler Diogo Chen vom siebten auf den fünften Tabellenplatz und hat jetzt noch drei
Auswärtsspiele vor sich – dann ist die Saison 2017/2018 endgültig Vergangenheit. „Unsere
Entscheidung, uns aus dem Profibereich zurück zu ziehen, stieß auf eine breit gefächerte Resonanz“,
hatte TTC-Manager Jürgen „Max“ Veith im Verlauf der vergangenen Tage und am Sonntag selbst
erfahren. Die Meinungen reichten von „einfach aufhören, das könnt Ihr doch nicht machen“ bis zu „Ihr
habt die Zeichen der Zeit richtig erkannt“, doch alle hätten letztendlich eingesehen, „dass es ohne Geld
halt nicht mehr geht“.

 

So begann der Nachmittag bereits mit einer gehörigen Portion Wehmut, als „Max“ Veith vor
Spielbeginn Worte des Dankes sprach. Vor allem die beiden „Urgesteine und Vereinsgründer“ Rolf
Wohlhaupter-Hermann und Roland Franz, aber auch die Sponsoren, Partner, die Gemeinde
Frickenhausen und die aktuellen Spieler bezog der Manager in sein „Dankeschön“ mit ein. Und ganz
besonders die Zuschauer, „für Euch tut es mir am meisten leid, Ihr seit uns immer treu geblieben und
habt uns unterstützt – und jetzt könnt Ihr hier kein Top-Tischtennis mehr sehen“. In den vergangenen
34 Jahren in der Ersten und Zweiten Bundesliga waren im Neuffener Tal unter anderem zwei Deutsche
Meistertitel, ein Europapokal- und zwei deutsche Pokalsiege gewonnen und gefeiert worden. „Und
fast alle bekannten Tischtennisgrößen aus der nationalen und internationalen Tischtennisszene haben
in der Sporthalle auf dem Berg in Frickenhausen aufgeschlagen.“

 

Das ist jetzt vorbei, und vor allem Ehrenpräsident „RWH“ war sichtlich berührt. „Das tut sehr weh“,
bekannte er mit Tränen in den Augen, „aber der heutige Sieg war ein versöhnlicher Abschluss, und
unsere treuen Zuschauer haben noch einmal für eine sehr gute Stimmung gesorgt.“ Der Mannschaft
bescheinigte er, noch einmal sehr gut gekämpft zu haben.
Dass Passau, das in der Hinrunde den TTC Shakehands mit 6:4 bezwungen hatte, nicht mit einem
durchaus möglichen 0:6 unter die Räder kam, war ausgerechnet einem ehemaligen Frickenhausener
zu „verdanken“. Der Ungar Krisztian Nagy trug vor ein paar Jahren zwei Spielzeiten lang in der Zweiten
Bundesliga das TTC-Trikot und war ein Punktesammler der „Zweiten“. Am Sonntag unterlag er im
Doppel an der Seite seines Landsmannes Tamas Lakatos gegen Hibiki Tazoe und Liang Qiu zunächst
glatt mit 0:3. Beim Stand von 5:0 für die Hausherren holte er dann aber gegen den Griechen
Konstantinos Angelakis den Ehrenpunkt für die Gäste: 11:6, 8:11, 8:11 und 9:11 unterlag der
Abwehrspieler Angelakis dem Ungarn – „das kann eigentlich gar nicht sein, aber heute war es so“,
lautete der Kommentar von „Max“ Veith.
So kamen die mehr als 200 Zuschauer noch in den Genuss des Spitzenspiels zwischen Diogo Chen und
Lakatos, das der Portugiese sicher mit 3:0 (11:8, 11:8, 11:7) für sich entscheiden konnte. Er holte also
den sechsten Punkt zum Heimsieg seines Teams, dem Veith bescheinigte: „Die Buben haben wirklich
Klasse, und es war toll, mit ihnen Jungs unterwegs gewesen zu sein.“

 

Für den TTC Shakehands Frickenhausen stehen nun noch drei Auswärtspartien an: In Bad Hamm
(8. April), beim 1. FC Saarbrücken TT II (14. April) und schließlich beim TTC indeland Jülich (15. April).
TTC Shakehands Frickenhausen – TTC Fortuna Passau 6:1
Tazoe / Qiu – Lakatos / Nagy 3:0 (11:5, 11:3, 11:9); Chen / Angelakis – Koralek / Kovac 3:2 (11:8, 11:8,
3:11, 2:11, 11:7); Diogo Chen – Tomislav Kolarek 3:1 (11:6, 8:11, 11:4, 11:5); Hibiki Tazoe – Tamas
Lakatos 3:1 (11:3, 11:5, 2:11, 11:5); Liang Qiu – Borna Kovac 3:1 (11:8, 11:9, 8:11, 11:6); Konstantinos
Angelakis – Krisztian Nagy 1:3 (11:6, 8:11, 8:11, 9:11); Diogo Chen – Tamas Lakatos 3:0 (11:8, 11:8,
11:7).