Rückzug aus der Bundesliga

„Das ist eine brutale Entscheidung und tut uns allen in der Seele weh!“, gesteht Jürgen „Max“ Veith niedergeschlagen. Diese Entscheidung traf das Präsidium des TTC Shakehands Frickenhausen kürzlich einstimmig: Mit dem Ende der laufenden Saison zieht sich das langjährige Tischtennis-Aushängeschild des „Täles“ aus der Zweiten Bundesliga und damit aus dem Profi-Sport zurück. Aus finanziellen Gründen: „Mit Namenssponsor Shakehands und der Firma OSG brechen uns zwei Großsponsoren weg, außerdem ziehen sich auch mehrere kleinere Partner zurück – da ist an Bundesliga-Tischtennis nicht mehr zu denken“, erklärt der TTC-Manager. Künftig will sich der 1971 gegründete TTC sein Hauptaugenmerk auf die Damen richten, die „Erste“ von vier Damenmannschaften spielt derzeit in der Oberliga.
In welcher Klasse die Herren in der nächsten Saison aufschlagen werden, ist noch nicht entschieden. „Auf jeden Fall nicht ganz unten“, sagt „Max“ Veith. Die Entscheidung, wo sich Frickenhausen eingliedert, „hat Zeit bis Ende Mai, das hängt von den Gesprächen ab, die wir jetzt führen werden, und davon, wer dann bei uns spielen wird“.

„Im weiblichen Bereich haben wir einige junge Spielerinnen, die gefördert werden sollen“, sieht Manager Veith hier Potenzial, „vielleicht mal wieder in die Regionalliga aufzusteigen, da waren wir ja schon“.

Beim finanziellen Aspekt, der jetzt zur Aufgabe führte, schlagen nicht nur der Rückgang der Sponsoring-Einnahmen zu Buche, sondern in großem Maße auch die gestiegenen Kosten für die Berufsgenossenschaft, die Sozialabgaben und die Beiträge zur Künstlersozialkasse. „Im semi-professionellen Bereich gibt es keine Differenzierung gegenüber Profi-Clubs und wir werden gleich behandelt wie zum Beispiel Bayern München oder der VfB Stuttgart“, legt „Max“ Veith den Finger in die Wunde, „das ist ein absoluter Witz!“

Der Schritt zum Ausstieg sei deshalb einfach konsequent gewesen. „Es ist schade drum“, so Veith, „und uns tut es sehr leid um unsere treuen Zuschauer, die künftig in Frickenhausen keinen hochklassigen Tischtennis-Sport mehr sehen können.“ Auch an die zahlreichen und langjährigen Helferinnen und Helfer, von denen viel von Anfang an dabei gewesen sind, denken die TTC-Verantwortlichen. „Ihnen allen gilt für ihr Engagement ein großes Dankeschön, ebenso den zahlreichen Partnern, die uns jahrzehntelang unterstützt haben.“
Noch zweimal – am 18. März gegen den TTC OE Bad Homburg und am 25. März gegen den TTC Fortuna Passau – kann man also im Erich-Scherer-Zentrum noch Bundesligaluft schnuppern, dann ist das Kapitel „Bundesliga in Frickenhausen“ beendet. Nach 34 Jahren, denn 1984 stieg der TTC in die Zweite Bundesliga auf. Elf Jahre später gelang gar der Aufstieg in die Erste Bundesliga, wo man zweimal Deutscher Mannschaftsmeister (2006 und 2007), zweimal Deutscher Pokalsieger (2005 und 2007), Europapokalsieger (2006) sowie dreimal Vizemeister (1999, 2005 und 2008) wurde. 2010 stieg der TTC Frickenhausen in Liga 2 ab und schaffte 2011 den direkten Wiederaufstieg. Vor drei Jahren schließlich ging man freiwillig in die zweithöchste deutsche Spielklasse hinunter.